Bombardierung Sperrmauer 1943

Die deutschen Talsperren waren mit den bis dahin bekannten Bomben nicht zerstörbar und galten als sicher. Entsprechend gering war daher ihr Schutz und die Bewachung. Es waren Fangnetze vor den Staumauern angebracht - eine ständig besetzte Flakstellung gab es oft aber nicht.
Der britische Wissenschaftler Sie Barnes Wallis hatte jedoch die so genannte Rotationsbombe entwickelt. Er hatte Lancaster-Maschinen mit einer Halterung am Rumpf ausstatten lassen. In diesen Halterungen wurde jeweils eine der fast 4 t schweren zylinderförmigen Bomben befestigt.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Edertalsperre gemeinsam mit der Möhne-, Sorpe- und Ennepetalsperre von englischen Fliegerverbänden angegriffen. Das war die sogenannte „operation chastise“ (Züchtigung), die durch englische Fliegerangriffe stattfand.
Die Edertalsperre wurde mit den drei bis dahin noch nicht abgeschossenen Maschinen zuletzt angeflogen. Die erste Bombe schlug jedoch am Westufer ein und richtete keinen Schaden an. Die Zweite traf die Mauerkrone, konnte die Sperrmauer aber ebenfalls nicht zerstören. Die dritte Bombe des Piloten Les Knight traf aber wie berechnet und riss ein ca. 70 x 23 m großes Loch in die Mauer. 

Daraufhin stürzte eine ca. 6 m hohe Flutwelle ins Tal der Eder und riss alles mit sich. In den Fluten starben 68 Menschen, allein im Kreis Waldeck wurden 213 Gebäude zerstört. Die Ernte war vernichtet, sämtliche Brücken wurden von den Wassermassen weggerissen. Noch in Hannoversch-Münden standen Häuser unter Wasser.  Ein Denkmal für die Opfer der Flutkatastrophe steht auf dem Dorfplatz von Affoldern. Das Dörfchen hatte die meisten Flutopfer zu beklagen und die Bewohner hatten darum gebeten, dass das Denkmal in ihrem Ort aufgestellt wird. 

Die britischen Streitkräfte hofften, durch diese Aktion die für die Rüstungsindustrie im Ruhrgebiet so wichtige Stromversorgung langfristig zu unterbinden. Für die Edertalsperre traf diese Mutmaßung allerdings gar nicht zu und sie war nach nur viermonatiger Bauzeit unter Einsatz der Organisation Todt mit Hilfe von 2000 Zwangsarbeitern wieder aufgebaut. Die Organisation Todt war die einzige nicht militärische Organisation die Hitler direkt unterstellt war. Dieser hatte das größte Interesse, dass die Staumauern schnellstmöglich wieder aufgebaut wurden, um die große Niederlage für das Nazi-Regime durch einen schnellen Wiederaufbau wettzumachen. Eine Gedenktafel zur Erinnerung an diese Zwangsarbeiter ist im Durchgangsbereich eines Turmhäuschens auf der Staumauer zu finden.

» Download Sonderseite der HNA vom 17.5.2013 als pdf-Datei (mit freundlicher Genehmigung der HNA)

Sperrmauer nach der Bombardierung 1943 Sppermauer nach der Bombardierung 1943Sperrmauer nach der Bombardierung 1943Der Ort Mandern nach der Bombardierung der Sperrmauer


    

 

 

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